SCHOTT Pharma, Takeda und Corplex setzen Kreislauflösung für pharmazeutische Trays im Betriebsablauf ein

Montag, 7. September 2026, Mainz, Germany

  • SCHOTT Pharma, Takeda und Corplex haben die erste vollständige Lieferung von Fläschchen in Trays aus recyceltem Material abgeschlossen
  • Das Recycling von Trays im geschlossenen Kreislauf erhöht die Ressourceneffizienz, ersetzt fossile Rohstoffe, verbessert das Abfallmanagement und erfüllt gleichzeitig Qualitätsanforderungen und Regulatorik der Pharmaindustrie
  • Für eine breitere Nutzung in der Branche ist die Ausweitung der Kreislauflösung auf weitere Fläschchenformate sowie Regionen geplant
SCHOTT Pharma, ein Pionier für pharmazeutische Aufbewahrungslösungen und Verabreichungssysteme, hat gemeinsam mit seinem Kunden Takeda und seinem Partner Corplex einen wichtigen Meilenstein für die Kreislaufwirtschaft in der pharmazeutischen Produktion erreicht. Nach einer erfolgreichen Pilotphase wurde die erste vollständige Charge pharmazeutischer Fläschchen ausgeliefert, verpackt in Trays aus recyceltem Polypropylen.

"Der Übergang vom Pilotprojekt in den Regelbetrieb ist ein entscheidender Schritt für die Etablierung von Kreislaufwirtschaftsansätzen in der Pharmaindustrie. Die erste vollständige Auslieferung zeigt, dass wir die hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards der Branche einhalten und gleichzeitig Ressourcen effizienter nutzen und Abfall reduzieren können. Gemeinsam mit unseren Partnern machen wir deutlich, dass Innovation, Umweltmaßnahmen und regulatorische Anforderungen Hand in Hand gehen können", sagt Reinhard Mayer, CFO von SCHOTT Pharma
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SCHOTT Pharma, Takeda und Corplex haben die erste vollständige Lieferung von Fläschchen in Trays aus recyceltem Material abgeschlossen. Bild: SCHOTT Pharma

Pharmazeutische Lieferketten unterliegen strengen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen. Deshalb sind Transportverpackungen zum Schutz pharmazeutischer Primärverpackungen üblicherweise Einwegverpackungen aus Polypropylen, die aus Neumaterial hergestellt werden, um Kontaminationsrisiken auszuschließen. Nach Lieferung an pharmazeutische Abfüllbetriebe werden sie entsorgt. Um diese regulatorischen Anforderungen mit der wachsenden Verantwortung der Branche für Ressourceneffizienz (Nachhaltigkeitsziel 12 der Vereinten Nationen) in Einklang zu bringen, haben SCHOTT Pharma, Takeda und Corplex gemeinsam ein Recyclingsystem im geschlossenen Kreislauf für den Einsatz in der pharmazeutischen Produktion entwickelt.

In den vergangenen zwei Jahren führten die Partner eine umfassende Risikobewertung durch, realisierten eine Produktionsstudie im Tonnenmaßstab und wiesen die Gleichwertigkeit von Trays aus Neumaterial und Trays aus recyceltem Material nach. Das Projekt baut auf etablierten Recyclingverfahren aus anderen Branchen auf und passt jeden Schritt gezielt an die spezifischen Anforderungen der pharmazeutischen Herstellung an.



Durchbruch für die Kommerzialisierung von Trays aus recyceltem Material

Die erfolgreiche Überführung der Kreislauflösung in den Regelbetrieb markiert einen wichtigen Meilenstein der Zusammenarbeit. Im August 2026 wurde erstmals eine vollständige Charge Fläschchen in Trays aus recyceltem Material an den Produktionsstandort von Takeda in Singen geliefert. Nachdem Corplex das Material aus dem Kreislauf wieder in die Produktion neuer Trays eingebracht und SCHOTT Pharma diese als Transportverpackung eingesetzt hatte, bestätigten formale Change-Control-Prozesse und Tests bei Takeda die Verarbeitbarkeit der Trays in pharmazeutischen Produktionsprozessen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich recycelte Verpackungsmaterialien zuverlässig und konform in pharmazeutische Lieferketten integrieren lassen.

„Bei Takeda sind wir überzeugt, dass Kooperationen mit Geschäftspartnern wie SCHOTT Pharma und Corplex Innovationen vorantreiben und dazu beitragen, die Dekarbonisierung kritischer Lieferketten voranzutreiben, ohne die Versorgungssicherheit zu beeinträchtigen. Dieser Kreislaufwirtschaftsansatz bietet ökologische Vorteile, die durch eine ISO-konforme Lebenszyklusanalyse bestätigt wurden, und unterstützt unser ambitioniertes Ziel, bis 2040 Netto-Null-Emissionen entlang unserer Wertschöpfungskette zu erreichen“, erklärt Johanna Jobin, Global Head of Environmental Sustainability & Compliance bei Takeda.

Diese Entwicklung hilft der Branche zudem, sich auf zukünftige regulatorische Anforderungen vorzubereiten. Das Recyclingsystem im geschlossenen Kreislauf kann Verpackungsabfälle vor Downcycling, Verbrennung und Deponierung bewahren und die Abhängigkeit von Polypropylen aus Neumaterial deutlich reduzieren. Gleichzeitig wird erstmals recyceltes Material in industriellem Maßstab für produktberührende Verpackung von Glasfläschchen mit gleichwertiger Leistungsfähigkeit eingesetzt.

Eine vom LCA Centre im Oktober 2024 durchgeführte, unabhängige und peer-reviewte Lebenszyklusanalyse zeigt, dass Trays mit einem Anteil von 70 % recyceltem Polypropylen die Treibhausgasemissionen gegenüber vergleichbaren Trays aus Neumaterial unter den untersuchten Bedingungen um bis zu 50 % senken können.1 Das Recyclingsystem im geschlossenen Kreislauf trägt zu Emissionsminderungen in Scope 3.1 (eingekaufte Güter und Dienstleistungen) entlang der gesamten Wertschöpfungskette bei – von der Tray-Herstellung durch Corplex über den Einsatz als Transportverpackung bei SCHOTT Pharma bis hin zum Versand der Fläschchen an Takeda.

„Durch die Entwicklung von Trays mit bis zu 70 % recyceltem Polypropylen aus einem kontrollierten Materialkreislauf schützen wir die Produktintegrität und verlängern die Nutzungsdauer hochwertige Materialien. Dieser Meilenstein bestätigt, dass Design- und Prozesskontrollen vorhanden sind, um den Einsatz von Recyclingmaterial für die hohen Anforderungen der pharmazeutischen Produktion zu skalieren“, sagt Lucas van der Schalk, CEO von Corplex.



Weg für breitere Nutzung in der Pharmaindustrie geebnet

SCHOTT Pharma ist nun bereit, das geschlossene Recyclingsystem weiteren Pharmakunden in Europa anzubieten und sie bei der Umstellung auf Fläschchenlieferungen in Trays aus recyceltem Material zu unterstützen. Das Angebot umfasst derzeit Standardverpackungskonfigurationen für die ISO-Fläschchenformate 2R, 6R, 10R, 20R und 30R.

Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen daran, das System weiter zu standardisieren und auf zusätzliche Tray-Typen auszuweiten, inklusive Lösungen zur Integration von papieretikettierten und farbigen Trays

 

1 Vergleichende Ökobilanzstudie zwischen pharmazeutischen Trays aus Neu- und Recyclingmaterial, erstellt von The LCA Centre gemäß ISO 14040 und ISO 14044 unter Anwendung der IPCC-GWP-100a-Methode. Die Studie wurde von SCHOTT Pharma und Corplex beauftragt und im Oktober 2024 abgeschlossen. Bewertet wurden das spezifische Tray-Design sowie der Sammel- und Recyclingprozess im geschlossenen Kreislauf für die an Takeda in Deutschland gelieferten Trays. Weitere Informationen zu Methodik, Untersuchungsumfang, Vergleichsszenario, Systemgrenzen und zentralen Annahmen sind in der Studienzusammenfassung unter https://www.schott-pharma.com/en/about-us/sustainability/studies/closed-loop-recycling verfügbar.


Über SCHOTT Pharma

Gesundheit ist entscheidend. Deshalb entwickelt SCHOTT Pharma wissenschaftlich fundierte Aufbewah­rungslösungen, die gewährleisten, dass Medikamente für Menschen auf der ganzen Welt sicher und einfach zu verwenden sind. Pro Minute erhalten mehr als 30.000 Menschen eine Injektion, die in einem Produkt von SCHOTT Pharma verpackt ist. Das Portfolio umfasst Aufbewahrungs- und Verabreichungssysteme für Medi­kamente, etwa vorfüllbare Spritzen aus Glas und Polymer, Karpulen, Fläschchen und Ampullen. Rund 4.800 Menschen aus über 65 Nationen arbeiten bei SCHOTT Pharma jeden Tag daran, einen Beitrag zur weltweiten Gesundheitsversorgung zu leisten. Mit 17 hochmodernen Werken in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien ist das Unternehmen in allen wichtigen Pharma-Märkten vertreten. Über 1.000 eigens entwickelte Patente und Technologien und ein modernes R&D-Zentrum in der Schweiz unterstreichen den Innovations­fokus des Unternehmens. Die 30 führenden Pharmahersteller injizierbarer Medikamente und insgesamt über 1.800 Kunden arbeiten mit SCHOTT Pharma zusammen. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 986 Millionen Euro. Die SCHOTT Pharma AG & Co. KGaA hat ihren Hauptsitz in Mainz und ist im SDAX an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Ihr Mehrheitsaktionär ist die SCHOTT AG, ein Unter­nehmen der Carl-Zeiss-Stiftung. In diesem Sinne setzt sich SCHOTT Pharma nachhaltig für Gesellschaft und Umwelt ein. Weitere Informationen unter www.schott-pharma.com

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Lea Kaiser, PR & Communications Manager
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